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Verena Schöttmer

ALLES BLEIBT

18. September - 8. November 2026


Ausstellungseröffnung: 11. September 2026 ab 18 Uhr


Herzliche Einladung zur Einzelausstellung „ALLES BLEIBT“ von Verena Schöttmer, die am 17. Oktober um 18:00 Uhr im WRG SENSOR in der Jahnstraße 8a eröffnet wird.

Verena Schöttmer verwebt in ihren Arbeiten traditionelle Erscheinungsweisen des Kunsthandwerks mit heutigen Codes und Zitaten aus Popkultur, Gesellschaft, menschlichen Beziehungen, spirituellen Prozessen und Märchensymboliken. Sie erschafft Malereien, Installationen und Objekte, die durch Quilten, Weben, Prägen – allesamt Tätigkeiten, die dem traditionellen Kunsthandwerk entstammen – dominiert sind und durch ihre Geschichte Bedürfnisse, Bräuche, Notwendigkeiten und Träume der Menschen verhandeln. Ausgangsmaterial sind meist codierte Stoffe, die den Betrachtenden eine Message senden. Dabei untersucht Schöttmer die Nutzbarkeit und Zuordbarkeit von Stoffen sowie die Entstehung von Gewebe und das Textile als Substanz und Metapher. In der Ausstellung „Alles bleibt“ bringt sie zwei essenzielle Gegenstände der Menschheit zusammen: Schuh und Teppich. Hier verbindet sie zwei gegensätzliche Bewegungen: das Bewegen und das Bleiben. Der Teppich ist Zeichen von Pastosität und Dichte, Überlagerung und Schwere sowie des Sich-Niederlassens. Er steht für Schutz, Beständigkeit und Zuhause und das, was in ihm Bestand hat – ein Gegenstand, der bleibt und schließlich auch zurückbleiben kann. In ihm lagern sich Zeit und Erinnerung übereinander. Das Abwesende bleibt darin weiterhin sichtbar. Im Märchen allerdings löst sich der Teppich von seinem Ort: Als fliegender Teppich wird aus einem Sinnbild des Bleibens ein Vehikel der Bewegung. Der Teppich trägt den Menschen plötzlich nicht mehr im Sinne eines Untergrunds, sondern trägt ihn fort. In dieser Umkehrung treffen sich Teppich und Schuh erneut: Beide ermöglichen Bewegung und sind zugleich mit Vorstellungen von Fortgehen, Verwandlung und Übergang verbunden. Der Schuh - ebenfalls kulturell codiert - kann Zugehörigkeit und Abgrenzung, Begehren und sozialen Status sichtbar machen. Im Märchen wohnt dem Schuh eine eigene Magie inne: Er trägt die Möglichkeit der Verwandlung in sich und vermag Identität sichtbar zu machen, wo sie zuvor verborgen war. „Alles bleibt“ bezeichnet keinen Stillstand, sondern einen Zustand, in dem sich Bleiben und Fortgehen fortwährend ineinander verschieben.

Verena Schöttmer lebt und arbeitet in Hamburg. Sie erhielt zahlreiche Stipendien, darunter das Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg (2014); das Arbeitsstipendium Stiftung Kunstfonds Deutschland (2020), das Dorothea-Erxleben-Stipendium (2021–2023), das Georg-Meistermann-Stipendium, Deutschland (2013– 2015) sowie das ZEIT-Stipendium der Bucerius-Stiftung Hamburg (2024). Sie war Artist in Residence im 18th Street Art Center Los Angeles (2023, 2019) und im Eastside International, Los Angeles (2018). Sie stellte national und international aus, unter anderem im Kunstverein Hamburg, im Griffith’s Arts Center, Canton, New York, im Kunstverein das weisse haus, Wien und im 18th Street Art Center Los Angeles.. Schöttmer studierte Bildende Kunst an der HfBK Hamburg. Sie schloss ihr Studium 2012 mit dem Diplom ab und wird von der Galerie Mathias Güntner, Hamburg, Berlin vertreten.

Öffnungszeiten: Mittwoch & Sonntag jeweils 15:00 bis 19:00 Uhr


Für die Förderung der Ausstellung danken wir:

Stadt Braunschweig - Fachbereich Kultur und Wissenschaft

Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz

Die Braunschweigische Stiftung